Helenca Koch - Architektin, Sachverständige & Energieberaterin
Architektin, Sachverständige & Energieberaterin

Projekte

Aufstockung eines Einfamilienhauses

Konstanz

Projektbeschreibung

Die Situation

Das aus den 30er Jahren stammende Einfamilienhaus wurde von den Besitzer des Einfamilienhauses, einer Familie mit 3 Kindern, 1995 zu einem schmalen, langgestreckten Gebäude angebaut und aufgestockt. Im laufe der Zeit genügten die Räumlichkeiten den wachsenden Raumbedürfnissen der Familie nicht mehr. Um diesen gerecht zu werden, war eine Wohnraumerweiterung unumgänglich. Was aber tun mit einem Haus, dessen Abmessungen gerade etwas kleiner sind als das Grundstück, auf dem es steht?

Die Lösung

Die baulichen Festlegungen des schmalen, kleinen Grundstücks ließen einen ebenerdigen Anbau an das Einfamilienhaus nicht zu. Der Wunsch neue Räume zu schaffen konnte nur in der Vertikalen verwirklicht werden. Unter Ausschöpfung aller Spielräume der Grenzabstandsvorschriften wurde jedoch nur der Dachstuhl an der Kopfseite im südlichen Teil des Gebäudes teilweise abgebrochen und durch eine eineinhalbgeschossige Aufstockung und eine flachgeneigte Dachgaube ersetz.
Die Aufstockung, die in Niedrigenergiebauweise erstellt wurde, wurde mit einem Satteldach in der selben Neigung wie die vormalige Dachfläche versehen. Horizontal verlegte, hellbraune Fassadentafeln machen auf die veränderte Gebäudesilhouette aufmerksam. Im neu gewonnenem Dachgeschoss entstanden zwei neue Kinderzimmer. Der Grundriss des darunter liegenden Obergeschosses blieb nahezu unverändert, mit Ausnahme der neuen Treppe ins neue Dachgeschoss und der Baderweiterung in Form eines neuen Duschraumes.

Die Bedingungen

Das Gewicht der Aufstockung musste auf Grund der geringen Belastbarkeit des Altbaus allgemein reduziert werden. Deshalb kam eine vorgefertigte Holzkonstruktion zum Einsatz, deren Tragsystem sich sowohl durch Leichtigkeit als auch durch Steifigkeit auszeichnet.
Da das Erdgeschoss sowie der nördliche Teil des bestehenden Dachgeschosses während der gesamten Bauzeit bewohnbar bleiben mussten, drängte sich eine maschinelle Vorfertigung der wichtigsten Bauteile und aus Gewichtsgründen Holz als Werkstoff förmlich auf.
Binnen einer Woche konnten die Fassadenelemente und eingehängte Deckenelemente montiert werden und innerhalb zwei Wochen waren die Dachflächen des Gebäudes soweit abgedeckt, dass der Innenausbau unmittelbar folgen konnte. Nach dem Abbruch vergingen gerade einmal vier Monate bis die Familie in das neu gewonnene Dachgeschoss einziehen konnte.

Bauweise und Materialien

Wände: Vorgefertigte Holztafelelemente mit innenliegender Installationsebene, außen hinterlüftete Schale mit horizontal verlegten Fassadentafeln aus Echtholzfurnier in die Holzfenster mit 3-fach Verglasung eingesetzt wurden.
Decken: Vorgefertigte selbsttragende Hohlkastenelemente aus Vollholzlamellen.
Dach: Fertig gedämmte, selbsttragende Hohlkastenelemente aus Vollholzlamellen mit Zusatzdämmung und wiederverwendeter Pfannenziegel-Deckung des Bestandes.

Daten

Bauherr: Familie Eberle
Architektin: Helenca Koch, Freie Architektin
Grundstücksgröße: 266 m²
Wohnfläch vorher/nachher: 118 m² / 140 m²
Kubatur vorher/nachher: 566 m³ / 690 m³